Wozu ein Bügelbrett alles gut ist, oder:

Alle Flaschen fotografiert. Na, fast alle. Zumindest reicht es für die nächsten zwanzig Jahre Bierflaschenblog.

Weil ich ein bißchen faul war, habe ich einfach die kleine Sony aufs Stativ, das Bügelbrett an das Bücherregal geschoben, Packpapier unter eine Handvoll Bücher geklemmt und fertig war das Fotostudio.

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Auf meiner 2018 to-do Liste steht auch, die Fotos von der SD Karte zu sichern … bisher habe ich das noch nicht geschafft (Stand 11.01.2018) … .

Auf meiner 2018 to-do Liste stehen wohl einfach zu viele Dinge, der Stand ist immer noch der vom 11.01.2018. Vielleicht hilft es ja, diesen post einfach als fertig zu definieren, denn dann muss ein neuer her irgendwann bald mal in naher Zukunft ganz sofort und schnell 🙂

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Das gute Ale oder …

…. so sehr viel weiter bin ich noch nicht gekommen mit dem Sortieren und Ausmustern und Fotografieren. Die Flaschen werden immer mehr, das ist wie eine Lawine, und bald werden es hundert sein, die ich noch fotografieren will, bevor ich sie entsorge. Das macht es alles nicht einfacher. Also habe ich ein Foto aus der ersten Serie rausgekramt.

La Goudale oder das gute Ale  – es hat einen eigenen wikipedia Artikel, welcher ohne Quellenangabe zitiert:

« Au xive siècle, les bonnes bières étaient appelées Goudale, Goudalle ou Good Ale. Elles se vendaient 2 deniers le pot, chez un marchand nommé le Goudalier. »

Ich gehe davon aus, daß die Brauerei das irgendwo sagt zur Erklärung des Namens La Goudale. Das Bier ist jetzt nicht wirklich schlecht, mehr so … unauffällig aus dem Gedächtnis schwindend. Es ist ein bière de garde – ein Lagerbier, traditionell obergärig von Bauern am Ende des Frühlings gebraut und im Bierkeller lange lagerbar und gelagert. Und es ist ein nordfranzösisches Bier. Mittlerweile findet man obergärige bières de garde in jedem Supermarkt, das bekannteste ist sicher das Ch’ti blonde.

Ch’ti ist Picardisch, das ist ganz witzig – zumindest zu lesen. Ob man es dann so gut  versteht, ist eine andere Sache.

El chti ch’est l’nom du picard pérlé dins l’ région Nord-Pas-Calés.

Und wer den Film Bienvenue chez les Ch’tis noch nicht geschaut hat – den kann ich sehr empfehlen – vielleicht eher im Original (mit Untertiteln ;-)) als in der Synchronfassung. Ich schätze, das Ch’ti blonde wurde duch den Film so bekannt.

Das mit den Sprachen in Frankreich ist faszinierend, man denkt ja, sie reden dort Französisch.

Langues de la France1

A l’vote!

Und wie geht es nun weiter?

Ich sammle Bierflaschen.

So fing das an.

In den letzten Monaten wurde ich allerdings dann von Bierflaschen überrollt. Freunde, Kollegen, Mitarbeiter, alle schenkten mir Bier − in Flaschen. So stehen hier im Haus Bierflaschen in Bücherregalen, auf Tischen, auf dem Zimmerboden, auf dem Küchenboden – in die Vorratskammer kommt man kaum noch rein.
Und klar, ich selbst habe mir auch einige gekauft. Man muss eben auf dem Laufenden bleiben.
Und Geschenke wirft man erst recht nicht weg.
Zugegeben, ich habe jetzt etwas übertrieben, trotzdem, es sind zu viele.

Es wird Zeit für Plan B − die Flaschensammlung aufzulösen. Da ich den Überblick trotz eifriger Notizen doch verloren habe, bedeutet Plan B: alle spannenden Flaschen noch mal fotografieren, ein Limit der zu behaltenden Flaschen festlegen (10? 20?), ein Kriterium für die zu behaltenden Flaschen bestimmen und am Ende den ganzen Rest in den Glascontainer oder in den Pfandautomaten geben!

Als ich dieses Blog begann, hatte ich 47 Bierflaschen:

Bierflaschen, gerade mal durchgezählt, sind es siebenundvierzig. Eine Handvoll davon nicht sehr fotogen, sagen wir mal, bleiben vierzig übrig, die ich fotografieren will. Und vorher abstauben.

Bierflaschenvorgeplänkel

So grob 80 Stück sind es nun. Gerade gezählt.

Passend zum Thema Bierflaschenentsorgung: im Februar gab es einen interessanten Beitrag im Bierblog der FAZ zu Normflasche resp. dem deutschen Sortierwahnsinn.

Solange, bis hier was Neues von mir kommt, kann man sich auch noch ein Projekt auf Kickstarter angucken, welches ich unterstütze:

The Rwanda Craft Brewery Project

Oder sich oben im Foto meine Kronkorkensammlung anschauen − die sammeln sich irgendwie von selbst … .

 

Brooklyn und Blade Runner

Die Biere der Brooklyn Brewery gibts ja hier mittlerweile im Supermarktregal. Neben Unmengen von Pils und einer handvoll anderer Biere. Kölsch und Alt findet man nach wie vor eher selten.
Da erinnnere ich mich jedes mal an ein lesenswertes Interview im FAZ-Bierblog mit Fritz Briem:

Viele Erzeuger von Spezialitäten-Bieren wie Alt, Kölsch, Berliner Weisse, Schwarzbier sind eigentlich zu wenig bekannt und haben international kaum Bedeutung. Einige der wenigen, die es geschafft haben, sich national in der Kategorie Helles durchzusetzen, sind Augustiner aus München und Tegernseer. Wenn ich aber ein ordentliches Alt trinken möchte, muss ich heute nach Düsseldorf fahren. Ein Sierra Nevada als Kalifornien hingegen bekomme ich überall. Der Handel fährt heute modisches Craft-Bier auf, statt zu fragen: Was haben wir denn in Deutschland an Spezialbieren?

Die Geschichte der Brooklyn Brewery ist jetzt nicht so interessant, außer, daß man beim Lesen den Eindruck hat, sie haben erstmal ein Logo entwerfen lassen bevor sie sich Gedanken über das Bierbrauen gemacht haben.

Was ich so gar nicht wußte, oder wieder vergessen hatte, ist, daß Brooklyn von seinen niederländischen Gründern nach der Stadt Breukelen benannt wurde. Aus Breukelen stammt neben dem Eisschnelläufer Henk van der Grift auch Rutger Hauer. Der hat allerdings in Werbespots für Guinness gespielt, nicht für die Brooklyn Brewery. Und wurde berühmt für seine improvisierten Tränen:

I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser Gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain. Time to die.

Auch ein IPA hat die Brooklyn Brewery hier im Supermarktregal.

brooklynipa

Ich habe noch ein bißchen rumgesucht. Es gibt mindestens zwei Brauereien in der Welt, die ein Bier brauen, das sie “Blade Runner” nennen – eines davon ein Ginger DIPA einer Mikrobrauerei in Russland.

Am einfachsten zu finden ist noch das Blade Runner Belgian Pale der Blizzard Brewing Company in Australien – auf einer Höhe von 1550m die höchste Brauerei Australiens. Sie führen auch ein Lavender Lager … .

Es geschah am hellichten Tag

Oder: Das Versprechen – Requiem auf einen Kriminalroman.

Sehe ich den Graubündner Steinbock, denk ich an Gert Fröbe, an Heinz Rühmann, an Friedrich Dürrenmatt, an Es geschah am hellichten Tag.

Es geschah am hellichten Tag 1959

Dürrenmatt fand die Verfilmung gar nicht so toll und hat hinterher auf Grundlage seines Filmskripts den Roman Das Versprechen geschrieben.
Heinz Rühmann war ihm zu bürgerlich. Ich hoffe aber mal, mit dem Gert Fröbe war er zufrieden, der Friedrich Dürrenmatt.

Die Rolle als Kindermörder Schrott hat dann dazu geführt, daß Gert Fröbe sechs Jahre später für den Bösewicht in Goldfinger unter Vertrag genommen wurde.

In Graubünden selbst gibt es, Wappentier hin oder her, erst seit der Neuansiedlung von 800 Tieren in den Zwanziger Jahren wieder Steinböcke, die seit 1976 auch bejagt werden dürfen.

Der aufrechte schwarze Steinbock auf silbernem Grund war seit dem 13. Jahrhundert das Wappentier des Bistums Chur, er wurde später vom Gotteshausbund übernommen und ist irgendwann im 19. Jahrhundert im Wappen von Graubünden gelandet.

Und so ist der Steinbock auch auf den Autokennzeichen in Graubünden zu finden. Aber das macht eh alles nur Sinn, wenn man den Film kennt.

Ich könnte ihn auch mal wieder anschauen.

Italien, Sonne, Sommer, blauer Himmel.

Es ist kalt. Es ist kein Sommer. Was paßt da besser, als eine Bierflasche aus Italien zu zeigen. Gekauft habe ich sie, glaube ich, in Südtirol. In Südtirol muß ich mich immer selbst daran erinnern, daß ich in Italien bin.

Ich hatte zwei Sorten gekauft, Amabile  und Forte.

forte

Amabile gibt es wohl nicht mehr, oder es wurde in La Decisa unbenannt. Das ist unklar.

Das Bier kommt aus Friaul, was einen Bogen zu dem Bier aus der Schweiz schlägt: man spricht Furlanisch, eine Variante des Ladinischen. Und auch Friaul ist eine autonome Provinz, wie Südtirol. Es gibt in Friaul deutschsprachige Enklaven.

Die Birra Castello S.p.A ist in  der Provinz Udine und nun wird es interessanter, denn aus der Hauptstadt der Provinz Udine, Udine, stammt Tina Modotti.

Tina Modotti - Edward Weston,

Tina Modotti hat ziemlich viele Dinge in ihrem Leben getan, die deutsche Wikipedia bezeichnet sie als Schauspielerin, Fotografin und Revolutionärin. Leider bekommt man den Eindruck, sie wäre all das nur gewesen, weil sie mit den entsprechenden Leuten, sprich Männern, zu tun hatte. Sie wurde Fotografin als Geliebte Edward Westons und sie wurde Kommunistin als Geliebte Xavier Guerreros. Sie wurde Revolutionärin als Geliebte Vittorio Vidalis.

Und dann warf sie ihre Kamera in die Moskwa.

Der englische Wikipediaartikel legt den Schwerpunkt mehr auf die Fotografin und Künstlerin und ist dem deutschen auf alle Fälle vorzuziehen.
Dort findet sich  auch Pablo  Nerudas Epitaph:

Pure your gentle name, pure your fragile life,
bees, shadows, fire, snow, silence and foam,
combined with steel and wire and
pollen to make up your firm
and delicate being.

Langsam wird es wärmer. Wenn auch nicht sonniger.

Der Pelikan

Eins zwei drei vier … ich gebe zu, die Perspektive habe ich auf dem Foto etwas versaut – so gedrungen ist die Flasche nun in Wirklichkeit nicht.
Pelforth ist eine recht junge Brauerei, 1914 in einer kleinen Stadt in der Nähe von Lille in  Französisch-Flandern gegründet. Sie gehört mittlerweile längst zu Heineken. Ursprünglich hieß die Brauerei Brasserie du Pélican.

“1937 begann Jean Deflandre, der Sohn von Armand, mit der Produktion eines obergärigen Biers unter Verwendung einer englischen Bierhefe und gab ihm den Namen Pelforth 43, zusammengesetzt aus Pel für “Pélican”, forte für den hohen Malzanteil und dem h, das den Namen dem Englischen näher brachte. Die 43 war das Symbol für die 43 kg Gerste pro hl, die aufgewendet wurden und für das 43. Infanterieregiment von Lille.”

sagt das Kochwiki.

Pélican ist ein Foxtrott und kein Vogel. (Naja, grundsätzlich ist das natürlich auch ein Vogel.).
Das hat mich dann doch schon überrascht.

“Contrairement à la coutume de donner son patronyme à la société, les trois associés optent pour Pélican, le nom d’une danse, ” la danse du Pélican “, fox trot alors très à la mode. Le nom est prononçable dans toutes les langues et le symbole du Pélican suffit pour se faire comprendre.” 

 

Beides, das Zitat als auch das Notendeckblatt, stammen vom Blog der Brasseries de Mons-en-Barœul  ̶  einer Fundgrube für Fotos und Infos. Da kann ich eigentlich nichts hinzufügen.
Außer vielleicht noch einen link – Prodimarques über die Saga Pelforth.

Und der Vogel?

Pelikane gibt es außer in der Antarktis überall in der Welt, der größte Pelikan, der Krauskopfpelikan, erreicht eine Körperlänge von 1,80m und eine Flügelspannweite von 3,45m. In Europa leben Pelikane mehr im Osten, auf dem Balkan, an der Wolga oder am Kaspischen Meer. In Mainz und am Rhein leider nicht.

Und dann wäre da auch noch die Herlitz AG, die sich seit April 2015 Pelikan AG nennt. Der erste Füller – war es ein Pelikan oder ein Geha?